Was nicht zusammen kann bestehen…

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Besonders viel gab es wohl nicht mehr zu besprechen, als sich Thomas Tuchel und sein Berater am Dienstagmittag mit der Dortmunder Klubführung zum Gespräch trafen. Auf jeden Fall verabschiedete sich der Borussen-Trainer auf einem frisch eingerichteten Twitter-Account nur kurze Zeit später mit einem Dank an Fans, Mannschaft und Angestellte.

Dass bei Dortmund der Hausfrieden schon lange schief hing, war längst bekannt. Dabei ging es um die schnelle Wiederansetzung des Spiels gegen Monaco nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus. Es ging um missglückte Transfers und einen Streit mit „Adlerauge“ und Chef-Scout Sven Mislitant. Es ging um Tuchels Meditationsmethoden und den Umgang mit Spielern. Die Nicht-Aufstellung von Nuri Şahin im Pokalendspiel sorgte zuletzt für große Ratlosigkeit und Kapitän Marcel Schmelzer hinterfragte die Entscheidung des Trainers öffentlich.

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Tuchel reagierte schnell auf die Entlassung und schrieb in seinem Tweet, er fände es schade, dass es nicht weitergeht. Einige Fans sehen das wohl auch so. Neben Zwist und Streit gab es nämlich diese Saison auch eine Menge schönen Fußball, so haben die Dortmunder in zwei Jahren kein Heimspiel verloren und im vierten Anlauf endlich wieder mal den Pokal holen können. Außerdem sicherten sie sich einen Champions-League-Platz und haben mit 2,12 Punkten pro Spiel den besten Schnitt der Vereinsgeschichte erzielt. Hätte man sich bei so viel Erfolg nicht zusammenraffen müssen?

Nach dem Pokalsieg über Frankfurt waren im Berliner Olympiastadion auf jeden Fall zahlreiche „Thomas Tuchel“-Rufe zu hören und im Internet kursierende Umfragen deuten darauf hin, dass man die Trennung vom Trainer nicht unbedingt nachvollziehen kann oder gar für einen Fehler hält. Der Klub will sich zu den näheren Umständen der Entlassung nicht weiter äußern, wünscht sich aber gleichzeitig, dass nicht auf Gerüchten basierend geurteilt wird.

In einem offenen Brief erklärt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, dass die Trennung keinesfalls auf „Meinungsverschiedenheiten zweier Personen“ zurückzuführen sei. Es gehe um das Wohl des Vereins. Watzke hebt auch hervor, dass die Entscheidung vom gesamten Gremium getragen wurde. Dabei ist es ihm durchaus bewusst, dass Tuchels Erfolg in den Augen vieler Fans die Mittel heiligte. Ob die ihm und dem Gremium die teure Entlassung des sportlich erfolgreichen Trainers nachträglich verzeihen werden, darüber urteilt wohl erst die nächste Saison.

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Über Mario Basler
Mario Basler hat 262 Bundesligaspiele für Werder Bremen, den FC Bayern München und den 1.FC Kaiserslautern bestritten und dabei 62 Tore geschossen. 1995 war er Torschützenkönig der Bundesliga. Folge dem Twitter Account vom Meister des ruhenden Balles unter @Mariobasler.