Die Löwen haben ausgebrüllt

1860_muenchen

Bis Freitag hätte der TSV 1860 München für die Drittliga-Lizenz 11 Millionen Euro aufs Firmenkonto einzahlen müssen. Dass das Geld nicht vom Hauptsponsor Hasan Ismaik kommen würde, war eigentlich zu erwarten. Schließlich hatte der jordanische Milliardär zwischen 60 und 70 Millionen Euro in den Klub gesteckt und weitere Zahlungen an einer Reihe von Bedingungen festgemacht. Da diese laut Klubführung gegen die „50 + 1“ Regel verstoßen hätten waren sie jedoch unerfüllbar. Als also feststand, dass das Geld für die nötige Lizenz nicht kommen würde und die Klubführung schon quasi aufgelöst war, war es einem etwas verlegenen Vizepräsidenten überlassen der Presse mitzuteilen, dass sich die „Sechziger“ damit vorerst aus dem Profifußball verabschieden müssen.

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Einige Fans hatten sich vor dem Klubgebäude versammelt und begrüßten die Nachricht mit Anti-Hasan Gesängen und Applaus. Offensichtlich dachten sie, den unliebsamen Investor damit los zu sein, hatten sich aber zu früh gefreut. Kurze Zeit später verkündete Hasan nämlich, dass er die Mannschaft in der vierten oder fünften Liga weiter unterstützen wolle. Dass der umstrittene Sponsor nicht einfach das Handtuch wirft, hat dabei nicht nur mit Sturheit und Ego zu tun sondern auch damit, dass ihm 60 % der Löwen-Aktien gehören. Und überhaupt, wer sagt, der Scheich alleine habe das „Projekt 1860“ in den Sand gesetzt, macht es sich zu leicht. Hasan Ismaik kam schließlich überhaupt nur an Bord, weil es dem Klub schon einmal so schlecht ging als ihm 2005 Insolvenz und ein Abrutschen in den Amateurbereich drohte.

Eines ist sicher, mit „scharfer Kritik an Hasan“ lässt sich der Verein nicht retten, mit der erfolgreichen zweiten Mannschaft vielleicht schon. Doch dass diese dann ihre Viert- oder Fünftligaspiele weiter in der Allianz Arena austragen werden, ist höchst unwahrscheinlich. Wer soll die teure Miete denn zahlen? Das von den Fans so geliebte Stadion an der Grünwälderstraße kommt als Austragungsort jedoch auch nicht in Frage, da es mitten in einem Wohngebiet liegt. Jetzt steht der Traditionsklub erst einmal ohne Mannschaft, ohne Trainer und ohne Stadion da. Es liegt an Interimspräsident Robert Reisinger etwas Ruhe in die Reihen zu bringen. Viel Zeit bleibt dem ehemaligen Jugendspieler des TSV allerdings nicht. Die meisten Klubs fangen nächste Woche mit der Vorbereitung an, denn die Regionalligasaison beginnt schon Mitte Juli.

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Über Mario Basler
Mario Basler hat 262 Bundesligaspiele für Werder Bremen, den FC Bayern München und den 1.FC Kaiserslautern bestritten und dabei 62 Tore geschossen. 1995 war er Torschützenkönig der Bundesliga. Folge dem Twitter Account vom Meister des ruhenden Balles unter @Mariobasler.