Klassiker in der Premier League: Manchester United empfängt den FC Liverpool

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In der Premier League ist es in dieser Saison wie in der Bundesliga: der Meister scheint schon Monate vor dem Saisonende festzustehen, die Konkurrenz hat das Nachsehen – um Längen. 16 Punkte beträgt der Vorsprung von Manchester City (78 Punkte) vor dem Tabellenzweiten Manchester United (62) nach 29 Spielen. Dahinter wird es aber noch einmal spannend. Liverpool (60), Tottenham (58) und Chelsea (53) wollen alle in die Champions League. Das direkte Ticket gibt es bekanntlich nur für die ersten drei, zwei Plätze sind also hinter dem angehenden Meister noch zu vergeben. Gute Chancen haben die beiden Erzrivalen Manchester United und der FC Liverpool. Am Samstag stehen sich beide Teams gegenüber und kämpfen im Old Trafford um wichtige Punkte.

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Klopp oder Mourinho, wer hat den besseren Riecher?

Am Samstag um 13.30 Uhr treffen nicht nur zwei der bekanntesten und erfolgreichsten Vereine des englischen Fußballs aufeinander, an der Seitenlinie kommt es außerdem zum Duell zweier großer Trainer. Auf Seiten Manchester Uniteds steht mit José Mourinho einer der erfolgreichsten europäischen Trainer. „The Special One“, wie er sich einst nannte, konnte mit den „Red Devils“ seit seinem Amtsantritt 2016 schon drei Titel einfahren. Den FA-Cup, League Cup und die Europa League gewann der Portugiese mit United. Klopp hingegen ist auf der Insel noch ohne nennenswerte Erfolge – abgesehen natürlich von der Qualifikation für das Viertelfinale der Champions League, er ersten seit 2009. Die Erfahrung spricht also für Mourinho und sein Manchester United, allerdings gelang Klopp zuletzt etwas, was bei Mourinho derzeit fehlt. Die Mannschaft des FC Liverpool ist auf einem guten Weg, konnte zuletzt Stabilität in die Defensive bringen. Hinzu kommen die Offensivstärke und die über 100 Pflichtspieltore der „Reds“ in dieser Spielzeit. Entscheidend wird am Samstagmittag also sein, welcher Coach seine Spieler besser auf den Gegner einstellen kann. Liverpool ist gut in Form und marschierte zuletzt gegen Porto ins Viertelfinale der Champions League. United kam im Hinspiel in Sevilla nur zu einem mageren 0:0. Jedoch zeigte die Mannschaft am Montag, dass sie Moral hat. Nach einem 0:2-Rückstand bei Crystal Palace drehten die United-Spieler die Partie auf 3:2. Auch wenn ein Zittersieg gegen einen Abstiegskandidaten sicher nicht den Ansprüchen des englischen Rekordmeisters (20 Titel, 13 davon in der Premier League) entspricht.

Zuletzt vier Unentschieden- Salah wieder dabei

Die letzten vier Begegnungen beider Mannschaften endeten allesamt mit einem Remis. Zweimal 0:0 in Liverpool und zweimal 1:1 in Manchester. Der letzte Sieger im Nordwestderby ist der FC Liverpool – morgen ist es auf den Tag genau zwei Jahre her, dass die „Reds“ die „Red Devils“ schlagen konnten (in der Europa League). Der letzte Sieg im Old Trafford liegt aber schon ein wenig zurück, der datiert vom 16. März 2014 (3:0). Wird es das fünfte Unentschieden in Folge? Zumindest die Spieler des FC Liverpool sind heiß auf den Sieg. Liverpool-Verteidiger Dejan Lovren sagte: „Sie brauchen auch Punkte, aber geben sich vielleicht mit einem zufrieden. Wir nicht. Wir spielen nie nur für einen Punkt.“ Der Sieger der Partie sichert sich eine gute Ausgangslage für den Rest der Saison. United hätte bei drei Punkten fünf Zähler Vorsprung vor dem Konkurrenten, anders herum läge Liverpool einen Punkt in Front. „Es ist ein Sechspunktespiel. Aber danach sind noch viele Spiele zu spielen. Es ist kein Finale“, sagte etwa der ehemalige Bundesliga-Keeper Loris Karius.

Top-Torjäger Mohamed Salah, der unter der Woche gegen Porto noch geschont wurde, ist am Samstag wieder mit von der Partie. Der 42-Millionen-Euro-Mann, der im Sommer vom AS Rom an die Mersey wechselte, kommt wettbewerbsübergreifend auf 32 Saisontore. Der Ägypter ist motiviert, sein Tore-Konto gegen United weiter nach oben zu schrauben. „Ich freue mich auf das Spiel, weil ich von den besten sechs Mannschaften nur gegen Manchester United noch nicht getroffen habe“, sagte er gegenüber „Sky“.

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Woher stammt die Rivalität? Ein kurzer Überblick

Die Rivalität von Manchester United und dem FC Liverpool ist eine der ältesten und bedeutendsten des englischen Fußballs. Einerseits wird sie auf die wirtschaftliche Konkurrenz der beiden Städte im Nordwesten Englands zurückgeführt. Andererseits behaupten beide Klubs die Vormachtstellung in der von Industrie geprägten Region und im gesamten englischen Fußball für sich. Liverpool galt im 19. Jahrhundert als „feinere“ Stadt, in der Branchen aus dem Dienstleistungssektor ansässig waren, Manchester dagegen fokussierte sich auf den Produktionssektor. Ein 1894 fertiggestellter Kanal, der der Stadt Manchester Vorteile brachte und Liverpool schlechter stellte, gilt als einer der Auslöser der bis heute währenden Rivalität. Sportlich hatten beide Klubs längere Hochphasen, was sich an den insgesamt 38 Meisterschaften sehen lässt, die beide errungen. United holte bisher 20 Titel, Liverpool 18. Eine der größten Lebensziele, die sich Sir Alex Ferguson seiner Zeit setzte, war das Zepter im englischen Fußball in die Hand zu nehmen und Liverpools Vormachtstellung zu beenden. Wörtlich sagte er: „My greatest challenge was knocking Liverpool right off their fucking perch. And you can print that.” Allein diese Aussage verdeutlicht den Konflikt und die Machtkämpfe, die sich über die Jahre hinweg fortsetzten. Heute werden die Derbys in der Regel nur zur Mittagszeit ausgetragen, außerdem herrscht striktes Alkoholverbot. Die Bilanz in der Premier League weist einen Vorteil für United auf. Von bisher 165 Spielen gewannen die „Red Devils“ 65, insgesamt 53 Partien gehen an den FC Liverpool. Ob es bald einen neuen Derbysieger geben wird oder ob es wieder ein Remis gibt, zeigt sich am Samstagnachmittag – nach Abpfiff wissen wir mehr.